Eine Seereise mit Hindernissen

Die Gleichberg.

Die Gleichberg.

Bei diesem Einsatz konnte wir vom Rettungsboot aus sehen, daß die „Gleichberg“ sich mit ihrem Schiffskörper ca. 1/3 der Gesamtlänge auf das Riff geschoben hatte. Der Draht wurde auf der „Suhl“ um das achtere Deckshaus gelegt, weil die Schiffsführung den Pollern diese gewaltige Last wohl nicht zutraute.

Der Kapitän unseres Schiffes ließ den Hauptmotor von der Brücke an. Ganz langsam kam Fahrt in das Schiff. Der durchhängende Schleppdraht strafte sich, kam steif und dann ging alles ganz schnell. Es gab ein pfeifendes Geräusch und dann einen Knall. Die Kardeele der Trosse wickelten sich auseinander und die beiden Enden des Drahtes klaschten ins Wasser. Der Versuch war gescheitert.

Was ist da los?

Was ist da los?

Die Enden wurden auf beiden Schiffen mit Schweißbrennern gekappt und rauschten in das Rote Meer. Am Nachmittag wurde dann auf unserem Schiff Kriegsrat abgehalten. Man einigte sich dann auf folgende Vorgehensweise. Die baugleichen Schiffe „Crimmitschau“ und „Glauchau“ gehen ins Päckchen und bringen jeweils eine Ankerkette aus und verbinden diese mit dem Havaristen. Unserem Schiff wurde nur die Aufgabe zugeteilt diese beiden Schiffe auf Kurs zu halten, damit sie nicht durch die Strömung in die Fahrrinne abgedrängt wurden. Die Bergungsaktion fand dann am darauf folgendem Tag statt. Es war eine Knochenarbeit die Schleppverbindung mit Ankerketten zwischen der „Gleichberg“ und dem Schleppverband herzustellen. Die Besatzungen der beteiligten Schiffe, besonders die Bootsmännern mit ihren Leuten haben dabei Großes geleistet. Auf der einen Seite sollte die tonnenschwere Verbindung so kurz wie möglich sein, auf der anderen Seite mußten die Schiffe dabei aber sehr dicht an die Riffkante heran. Die Gefahr, daß Schiffsschraube und Ruderblatt beschädigt werden konnten war riesig.

Die Verbindung war noch gar nicht richtig hergestellt, da ließ ein Kapitän die Maschine seines Schiffes an. Wahrscheinlich hatte er sich dem Gordonriff zu stark genähert. Es kam Spannung in die Kettenverbindung. Es gab einen Knall und eine Rostwolke verteilte sich langsam. Durch diese Aktion war der Kapitän des anderen Schiffes gezwungen ebenfalls zu reagieren. Seine Kettenverbindung ereilte das selbe Schicksal. Die „Suhl“ ist dabei gar nicht zum Eingreifen gekommen. Der Versuch war ebenfalls gescheitert.

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Eine Antwort zu Eine Seereise mit Hindernissen

  1. Firefighter sagt:

    Hallo. Die MS Crimmitschau trägt den Namen meiner Heimatstadt. Damals war sie bekannt als Stadt der tausend Essen und heute durch den erfolgreichen Eishockey. Liebe Grüße raus der großen Kreisstadt CRIMMITSCHAU.☺️

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