Meine Erinnerungen an Rostock

Doch zuerst musste man durch die Hafenkontrolle am Ausgang des Geländes.Wir wurden auf’s genaueste untersucht, ja sogar die Geldbörse musste auf dem Tisch ausgeschüttet werden. Fremdwährung durfte auf gar keinen Fall mit hinaus genommen werden.
Doch davon später mehr!

Also Auslegeordnung wie im Militär. Zuletzt noch die Hosensäcke aus- und umgestülpt und dann durfte man durch – hinaus in die Freiheit?

Man kennt es ja...

Man kennt es ja…

Uns war auch nicht erlaubt, Rostock zu verlassen und eben, wohin, bis wann,das war bereits vorher schon behördlich fest-gelegt worden. Im Seemannsklub war es angenehm,sauber und hell. Nicht wie in westlichen Hafenstädten wurde hier der biedere und bescheidene Seemann ausgenommen, dispektierlich und schnöde behandelt. Nein, hier waren die Preise fähr und die Behandlung respektvoll, menschenwürdig und nicht nur auf die Barschaft der Leute ausgerichtet. Nichts von der sattsam bekannten Ausnehmerei in den westlichen, afrikanischen und asiatischen Häfen.

Es spielte eine Band, es waren freundliche, nettgekleidetet Damen da von Vereinen wie Turnverein, Gesangsverein und die Behörden gaben sich wirklich grosse Mühe, für gute Unterhaltung zu sorgen.

In diesem Klub hielten sich,wie es sich für eine Hafen-stadt gehört viele verschiedene Nationen auf und meist auch ganz friedlich. Wir bekamen nur einmal mit einer griechischen Besatzung in Konflikt wegen angeblicher Anrempelei. Nun, beim Tanz lässt es sich oft nicht vermeiden, dass man mal mit einem anderen Tanzpaar zusammen stösst. Doch der Alkohol tut auch seine fatale Wirkung und einige werden davon recht agressiv. Aber sonst kamen wir wirklich alle gut miteinander aus.

Es gelang uns, wenn auch nur selten, einmal auf freie Faust durch das nächtliche Rostock zu ziehen. Dabei wollten wir einen Nachtklub besuchen. Von aussen sah dieser recht bescheiden aus und so dachten wir uns, hier auch mit einer etwas bescheidenerer Geldbörse eintreten zu dürfen.

Aber, der Türsteher bestand darauf, dass wir nur mit Kravatten eintreten dürfen. Zuerst waren wir echt erstaunt über solches Ansinnen. Doch dann offerierte man uns die Möglichkeit, eine Kravatte zu mieten. Nun, warum auch nicht, wenn es doch nur auf dieses Anhängsel ankommt um in das Lokal unserer Träume zu ko0mmen? Also bekamen wir eine solche Plastikschlinge verpasst und durften nun solchermassen Zivielisiert aus-gerüstet eintreten.

Bei unseren wenigen Taxifahrten stellten wir fest, dass es nur zwei Automarken gab; den Trabbi und den Wartburg. Fragten wir nach dem Eigentümer, gab es immer nur dieselbe Antwort: VEB Volkseigene Betriebe. Für uns westler natürlich etwas völlig Neues.Alles gehörte also dem Staat, dem Volk = Volkseigentum.

Ein Problem war die Geldwechslerei! Nie konnten wir an’s stile Örtchen austreten ohne kurz darauf am diskret angesprochen werden, ob wir nicht Westmark oder Dollars umtauschen wollen?

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